Der See

Der Lago d’Orta ist der westlichste der oberitalienischen Seen, ein sehr sauberer See – mal türkisfarben unter der Sonne, mal wild und wellenbewegt, mal spiegelglatt. Neben dem östlichen Nachbarn und oft als „großem Bruder“ bezeichneten Lago Maggiore ist er weitaus ursprünglicher und vom Tourismus unberührter. Er fasziniert mit Wasser, Wind und Wetter, mit bewaldeten Berghängen und mediterraner Vegetation, mit üppigen Palästen und schlichten Dörfern, mit seiner Spiritualität und seiner Bodenständigkeit. Zu kulturellen Ausflügen laden die zahlreichen historischen Orte mit ihren kleinen Museen, heiligen Stätten und archäologischen Fundstellen ein. Manches Originelle ist darunter: Ein Musikinstrumentenmuseum in Quarna in Höhenlage am Westufer zum Beispiel oder ein Schirmmuseum in Gignese am Mottarone.

Mediterran und alpin

13 Kilometer lang und maximal 2,5 Kilometer breit ist er ein romantischer, traumschöner, zuweilen auch melancholischer See. Auf der Ostseite um Orta herum ist er ausgesprochen südländisch-mediterran, im Norden zum Teil auch von herberem alpenländischem Ambiente geprägt. Höchster Berg am See ist mit fast 1500 Metern der Monte Mottarone, von dem aus man einen atemberaubenden Ausblick auf sieben Seen, die Alpen sowie bis in die Po-Ebene hat. Im Winter ist er oft schneebedeckt und bietet Skifahrern Abfahrten mit Blick auf Ortasee und Lago Maggiore.

Orta San Giulio: Ein Glanzpunkt am Lago

Orta San Giulio, gegenüber von Pella auf einer Halbinsel gelegen, ist mit seiner sich zum See öffnenden Piazza ein Glanzpunkt des Sees, üppig und ergreifend, daher vor allem von italienischen Touristen und auch von Hochzeitspaaren sehr nachgefragt. Orta lockt mit Barock- und Renaissancebauten, der Klosterinsel Isola San Giulio sowie dem Sacro Monte, einem Kapellenweg oberhalb des Ortes, der dem heiligen Franz von Assisi geweiht ist.

Omegna: Quicklebendige Kleinstadt

Der Kontrapunkt ist an der Nordspitze des Sees Omegna, eine quicklebendige Kleinstadt mit Industriegeschichte. Hier sind Alessi und Bialetti zuhause – bei deren Werksverkäufen lässt sich Designerware oder die klassische Espressokanne für den Herd günstiger erstehen. Omegna hat schöne Winkel, ist angenehm normal und untouristisch, gut zum Shoppen. Von Ostern bis Oktober kommt man von Pella mit dem Verkehrsschiff hin, z.B. zum Markt am Donnerstag.

Feinschmeckerland

Das Piemont ist Feinschmeckerland. Vom Gourmetrestaurant in der orientalisch anmutenden Villa Crespi in Orta bis zur familiären Pizzakneipe mit Seeblick: Auch auf kulinarischem Gebiet ist der Ortasee verführerisch und noch dazu meist relativ erschwinglich.

Badefreuden und Sportliches

Schwimmen ohne zu frösteln ist im Ortasee normalerweise von Mitte Mai (17–18 Grad) bis Anfang Oktober möglich. Die Wasserqualität des Ortasees ist hervorragend, im Sommer ist der Lago bis 26 Grad warm. Dem Wassersport sind keine Grenzen gesetzt. Europäische Champions trainieren sich hier im Wasserski und im Kanufahren. Auf der östlichen Seeseite in Pettenasco gibt es eine Wasserskischule, Segler sind in Clubs organisiert, auch in Pella, wo für die Gäste der Casa Wanda die Möglichkeit besteht, Segelboote des Vereins gegen Bezahlung einer Clubgebühr, allerdings nicht tageweise, zu nutzen. Aber auch für Wanderer, Radfahrer, Reiter und Skifahrer lässt die Region nichts zu wünschen übrig. Golfer finden viele atemberaubend schöne Plätze, u.a. an den Hängen des Monte Mottarone einen der ältesten in Italien.